Rebild Bakker

Zwei Tage Sommerwetter

Überhalb von Hobro angekommen eröffnet sich uns ein schöner Blick über den Mariagerfjord.

Bei der Fahrt durch den Wald entlang der Bahnstrecke überholt uns noch ein Inter City in Richtung Ålborg.

Bereits im Roldskov bieten sich immer wieder weite Blicke über Seen und kleine Täler.

Von der Stadtgrenze in Rebild blickt man in den angrenzenden National Park mit seiner zerklüfteten Heidelandschaft.

Ein Blick in die Kalkmine mit ihren zahlreichen Skulpturen und verwinkelten Abzweigungen.

Die alte Kalkmine ist heute mit zahlreichen Kunstwerken eines etwas übereifrigen Künstlers vollgestellt.

Ein weiteres Kunstwerk in der Nahaufnahme. Neben religiösen Symbolen hat sich der Künstler allerdings auch freien Objekten, wie dem Tod oder Münzen gewidmet.
Glücklicherweise finden wir auf dem Weg nach Mariagen wieder ein Bahnradweg, der uns viele Auf- und Abfahrten erspart.
Kurz vor Mariagen durchfahren wir schließlich Dania, den Zement-Ort, der vom Abbau bis zur Produktion und Verschiffung ausschließlich vom Zement lebt(e.)

Von Viborg nach Rebild

Am heutigen Tag geht es bei herrlichen Sommerwetter von Viborg weiter den Ochsenweg in Richtung Nordosten bis nach Rebild. Das Ziel unser heutigen Etappe liegt am nördlichen Ende des Roldskov, einem von Dänemark’s größten Wäldern und Naturschutzgebieten.

Sommerwetter mit Rückenwind

Hoch motiviert und durch den Sonnenschein motiviert legen wir die ersten 35 Kilometer bis Hobro im Akkord zurück. Dabei passieren wir leider den vor der Stadtgrenze abzweigenden Fahrradweg, was wir rund drei Kilometer später an der Hauptstraße merken. Nachdem wir bis zum Abzweig zurückgefahren sind, geht es auf originalen Ochsenwegen in das Hobro- bzw. Mariagerfjordtal hinunter. Während wir auf der Hauptstraße sicherlich bereits zwei Mal in Horbs angekommen wären, kämpfen wir uns auf Trampelpfaden durch die Natur und Bachläufe. Im Tal angekommen erreichen wir schließlich ein kleines Wikingermuseum, wo wir eine kleine Mittagspause einlegen.

Im Anschluss geht es auf die letzten 30 Kilometer bis nah Rebild. Da der Ochsenweg anscheinend sehr genau der damaligen Route im Zickzack folgt, verlassen wir sie bald darauf und fahren auf ruhigen Nebenstraßen direkt gen Roldskov. Im letzten größeren Ort vor Rebild legen wir noch einen schnellen Zwischenstopp ein und kaufen unter anderem Nudeln und Tomatensoße zum Abendessen. Man weiß nie, was man von einigen Gemeinden in Dänemark erwarten darf und Rebild scheint sich dabei auf ein paar Häuser und eine Jugendherberge zu begrenzen.

Natur pur!

Die restlichen Kilometer durch den Wald sind für Naturliebhaber als auch Bahnfreunde eine Freude - es geht durch den dichten Wald entlang der Zugstrecke Ålborg - Århus. Am frühen Abend und nach knapp 80 Kilometern erreichen wir die Jugendherberge von Rebild. Wie vermutet gibt es keinen Supermarkt, dafür aber ein Leistungsportzentrum und den Naturpark Rebildbakker. Was sich im Wald nach zahlreichen Höhenmetern bereits angekündigt hat, überrascht uns nun vollkommen. Am westlichen Ende fällt Rebild stark ab und mündet in einem Wanderparadies aus kleinen Trampelpfaden durch die zerklüftete Heidelandschaft.

Von Rebild nach Mariager

Nachdem ich am Abend zuvor ohne jegliche Energie eingeschlafen bin, geht es an diesem Tag weiter nach Mariager. Mit Rebild haben wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht und richten uns wieder nach Süden. Bevor es allerdings wieder auf den Sattel geht, möchte erst einmal das Frühstück in der Jugendherberge probiert werden. Es ist leider relativ enttäuschenden und den vier Sternen der Herberge wird es absolut nicht gerecht.

Kulturprogramm³

Wie dem auch sei machen wir allerdings vor der heutigen, kurzen Etappe einen kleinen Abstecher durch den Naturpark mit seiner Kalkmine, einem Museum über den Kalten Krieg in Verbindung zum königlichen Atomschutzbunker Regan-Vest und einer türkisen Quelle in der Nähe.

Die Kalkmine liegt im beschaulichen Dorf Thingbæk und führt ein paar hundert Meter in das zerklüftete Hinterland hinein. Der örtliche Steinhauer Bundgård, ein äußerst übereifriger und höchstproduktiver Mensch, hat diese Mine vor einigen Jahren gekauft. Nun ist die Mine eine Art Atelier und steht voller Skulpturen.

Das Museum zum kalten Krieg ist typisch dänisch: ausprobieren und machen. Hier und dar kann man mal an einer Sirene drehen, eine elektrische Schreibmaschine ausprobieren oder Klavier vor der fallenden Berliner Mauer spielen. Im Gegensatz zu damaligen Liedern wie „I’ve been looking for freedom“ oder „Freiheit“ spiele ich „Fix You“. Bei „When you loose something you can not replace“ fällt mir auf, dass dieser Song in diesem Kontext auch missverstanden werden kann. Egal - ich schmettere noch einmal „And I will try to fix you“ in die Tasten und lasse den dis-Akkord mit dem Pedal langsam ausklingen.

20 Kilometer und kein Fortschritt

Bei diesen kulturellen Aktivitäten vergisst man schnell, dass man heute noch Fahrrad fahren muss - auch wenn es nur 50 Kilometer sind. Schließlich ist es 11.00 Uhr als wir das Museum verlassen und endlich aufbrechen. Anstatt direkte Strecke zu fahren geht es allerdings vorerst auf gleicher Höhe in Richtung Osten zum Meer, wo wir ein Stück an der Küste in Richtung Süden fahren wollen.

Nach 20 Kilometern, auf Ost gedrehten Wind und einer Hügelkette nach der anderen geben wir auf und drehen ab. Bis dahin haben wir uns streng genommen noch weiter von unserem Zielort entfernt und könnten in naher Zukunft für eine Mittagspause halten. Wir riskieren etwas weiter in Richtung Osten zu fahren, um eine vermeintliche Fahrrad-Bahntrasse ausfindig zu machen. Glücklicherweise gibt es diese wirklich, was den restlichen Weg nach Maritimer sehr einfach macht. In Mariager übernachten wir wieder in einem Bed and Breakfast in der Innenstadt, welches auf den ersten Eindruck sehr gemütlich erscheint.

Bis dahin

Kai

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