17. Mai Norwegen

17. Mai in Norwegen

17. Mai Norwegen
Neben sich selbst, schmückt man natürlich auch das Haus ein rot, weiß und blau.
17. Mai Norwegen
Ganz am Anfang des Zuges: die Fahnenträger.
17. Mai Norwegen
Auch in Vestre Jakobselv besitzt jede Schulklasse ihr eigenes Schild für den Umzug.
17. Mai Norwegen
Nach der Hälfte des Umzugs wird eine kurze Pause eingelegt und einer Rede zugehört.
17. Mai Norwegen
Danach geht es weiter durch den teils sehr leeren Ort, wo nur noch ein paar Leute in ihren Häusern sind.
17. Mai Norwegen
Im Anschluss wartet dann der gemeinschaftliche Teil des Tages mit Kuchen, Reden, Spaß und Singen.
17. Mai Norwegen
Das Kuchenbuffet ist mehr als umfangreiche, wobei ein schöner Schokladenkuchen mit Creme völlig ausreicht.

Jedes Jahr am 17. Mai feiert ganz Norwegen und Norweger in aller Welt. Neben einem traditionellen Umzug durch die Gemeinde, gehören auch Festtagsreden und das gemeinschaftliche Kuchen- und Eisessen im Gemeinschaftshaus zum festen Programm des nationalen Feiertags. Doch was feiern Norweger an diesem Tag eigentlich?

Historischer Hintergrund

Des Öfteren wird fälschlicherweise vermutet, dass Norwegen an diesem Tag die Loslösung von Schweden oder gar Deutschland feiert. Allerdings ist Loslösung und Schwede nicht allzu weit entfernt von der Wahrheit.

Wer kennt es nicht: das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig, welches an den Befreiungskrieg zwischen Napoleon und den verbündeten Truppen von Preußen, Russland, Schweden und Österreich im Jahre 1813 erinnert. Zu der damaligen Zeit befand sich Norwegen in einer Union mit Dänemark, welches wiederum mit Napoleon sympathisierte. Als Folge der klaren Niederlage Napoleon's kapituliert Dänemarks König nach Kriegsende im Januar 1814 und unterzeichnet den "Kieler Frieden". Mit diesem Vertrag wurde die Union zwischen Dänemark und Norwegen aufgelöst, wobei Norwegen als "Kriegsbeute" an das schwedische Königreich übergeben wurde.

Dabei räumte der damalige, schwedische König Norwegen allerdings wesentlich mehr Rechte ein. So wurde Norwegen als eigener Staat anerkannt und durch eine eigene Regierung geführt.  Zu guter letzt bzw. am 17. Mai 1814 bekam Norwegen zudem seine eigene Verfassung - und das feiern Norweger am selbigen Tag in aller Welt.

Frühstück am 17. Mai

Für den geschichtlichen Hintergrund reicht dieses Wissen völlig aus und mehr wissen auch die meisten Norweger nicht über ihren Grunnlovsdagen (Verfassungstag). Wie läuft also Norwegen's wichtigster Nationalfeiertag ab?

Ein traditioneller 17. Mai beginnt mit einem umfangreichen Frühstück mit der Familie oder Freunden. Seit einigen Jahren bieten auch zahlreiche Hotels ein 17. Mai-Buffet an, falls man selber nicht die Zeit, Lust oder Möglichkeit hat. Nach einem ausgiebigen Schlemmen wird es Zeit sich für den 17. Mai-tog (Festtagsumzug) bereit zu machen. Dabei wählt man entweder traditionelle die Bunad, in Nord-Norwegen zum Teil die Kofte oder einen Anzug. Die Bunad erinnert dabei, in Grundzügen, an die deutsche Dirndl- und Lederhosen-Tracht wohingegen die Kofte als samische Tracht einzuordnen ist.

Hurra, Flagge, Sløyfe - der 17. Mai-tog

Um ca. 11.00 Uhr folgt schließlich der gemeinschaftliche Teil des Feiertages. Dabei versammelt sich entweder das gesamte Dorf am Gemeinschaftshaus oder ganz Oslo an der Karl Johans-Gate. Im Anschluss folgt dann der berühmte 17. Mai-tog, mit Fahnenträgern an der Spitze und einem Musikkorps/Orchester/Spielmannszug im Anschluss. Es folgen aufgereiht die örtlichen Schulklassen von eins bis zehn, danach der Kindergarten und schließlich das gemeine Volk. Selbstverständlich sind alle mit kleine Flaggen gewappnet und tragen eine 17. Mai-Sløyfe (17. Mai-Schleife).

So marschiert man unter Orchestermusik durch den Ort und winkt den (wenigen) in den Häusern zu, die nicht mitlaufen. Speziell in Oslo passiert der 17. Mai-Umzug das Königsschloss samt Königsfamilie, die starke Beine bewiesen muss, da sie alle Schulklassen von ihrem Balkon aus begrüßen muss.

Mit Kuchen durch den Tag

Der restliche Tag ist kurz geschrieben, zieht sich aber trotzdem einige Stunden bis in den frühen Abend. Nach dem Umzug versammelt man sich, in kleinen Orten der Dörfern, im Gemeinschaftshaus, wo Reden gehalten werden, das traditionelle Kuchenbuffet bereitsteht. Speziell für die Kinder gibt es an diesem Tag so vie Eis, wie sie will wollen bzw. so viel das Portemonnaie der Eltern hergibt. Im Laufe des Nachmittags werden, draußen Spiele für die Kinder angeboten. Mit großer Sicherheit findet man auch eine Gruppe erwachsener Norweger, die sich beim Bogenschießen gegenseitig messen, um den besten zu küren. Auch beim 17. Mai kann der norwegische Urinstinkt, des gegenseitigen Konkurrierens und Messens, nicht unterdrückt werden.

So klingt der Tag am frühen Abend langsam aus und man macht sich wieder auf den Weg nach Hause.

Bis dahin

Kai

 

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