Osterferien im Fjell

Norwegen Ostern
Der Ausblick von der Hütte etwas überhalb des kleinen Sees auf das gegenüberliegende Fjell.
Loipenmaschine Norwegen
An einigen Tagen lohnt es sich gar nicht die Loipe zu präparieren, da sie ohnehin einige Minuten später wieder völlig eingeschneit wäre.
Pistenbully Norwegen
An einigen sonnigen Nachmittagen lohnt es sich dann aber doch, wenn die Sonne rauskommt und es vorübergehend nicht schneit.
Norwegen Winter
Ansonsten heißt es durchhalten, wenn man nach 20km durch die eingeschneite Loipe fährt und die gleiche Strecke wieder zurück muss.
Ruper Norwegen
Am Karfreitag werden Ruper geschlachtet, die mit brauner Soße, Brokkoli, Kartoffelauflauf und Preiselbeeren ein fürstliches Essen ergeben.
Norwegen Schnee Ostern
Zwischen den einzelnen Hütten im Fjell werden mit Loipenspurern einzelne Verbindungsloipen gespurt, damit der Nachbar auch auf Skiern zu Besuch kommen kann.
Norwegen Ostern
Am Ostersamstag und -sonntag ist schließlich prächtiges Wetter, wobei es nur auf den Dächern ein bisschen vor sich hin taut.

Von Montag bis einschließlich Ostersonntag habe ich meine Osterferien mit meiner norwegischen Familie auf der Hütte im Fjell verbracht. Logischerweise gibt es dort keinen Wasseranschluss, jedoch ausreichend Strom dank eines Solarpanels und eines Aggregats.

Die Hütte

Mit meiner ersten Fjell-Erfahrung in Schweden ist dieses private Ferienhaus nicht zu vergleichen. Es gibt drei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer mit angegliederter Küche und einer Speisekammer, die durch ein offenes Fenster ausreichend gekühlt wird. Des Weiteren befindet sich ein kleines Badezimmer zur Zeit in der Entstehung, so dass man sich ordentlich frisch machen und Zähne putzen kann. Wie in so vielen Ferienhäusern heizt der Holzofen die Räume schnell und mehr als ausreichend auf. Wenn zudem noch der Gasherd aktiv ist, kann man bei 30° Celsius schon mal ins Schwitzen kommen.

Bis auf den erwähnten, fehlenden Wasseranschluss und dem Plumpsklo steht diese Hütte anderen Ferienhäusern in nichts nach.

Schnee, Ski, Sauna, Essen

Mit Ausnahme auf die letzten beiden Tage ohne großen Schneefall, verliefen die vorherigen Tage bis Freitag alle im gleichen Rhythmus. Am Morgen die Wege zur Sauna, zur Trinkwasserquelle und zum Klo von Schnee befreien. Danach bei starken oder teils leichten Schneefall auf die Skier. Nach einer entweder entspannten 15km-Tour um den Solvarden oder einer 45km-Tour in das kleine Örtchen Klubbvik, geht es im Anschluss in die Sauna. Wobei ich als eigentlicher bzw. vorheriger Nicht-Sauna-Gänger bei 90° Celsius echt meine Schmerzgrenze erreicht habe. Gleichzeitig wärmt der Ofen in der Sauna Wasser zum Waschen auf, so dass man sich ein wenig frisch machen kann.

Im Anschluss stand in der Regel nur noch Abendbrot auf dem Programm, welches größtenteils aus Toro-Tüten bestand. Allerdings haben wir das schneereiche Wetter ebenso genutzt um Ruper, eine Fjell-Vogel-Art, zu schlachten und zuzubereiten. Die Konsistenz vom Fleisch war wesentlich feiner, nicht zäh oder faserig und somit überhaupt nicht zu vergleichen mit Fleisch von beispielsweise Gänsen oder Hühnern.

Außergewöhnlich norwegisch

Man könnte das Kommen und Gehen der Nachbarn mit ihren Schneescootern fast mit einem Drive-In vergleichen, wobei das vielleicht etwas abwertend wäre. In der Nachmittagszeit ist es üblich, dass man entweder selbst von Hütte zu Hütte fährt, einen Kaffee trinkt, sich unterhält und weiterfährt oder den Besuch entgegennimmt. So wird man stets mit Neuigkeiten versorgt - wer wurde wo von der Scooterpolizei gestoppt und musste ein Bußgeld bezahlen, Langlaufvehältnisse, Nachbarn, usw. Überraschenderweise ist die Polizei wirklich erstaunlich aktiv im Fjell, die dort täglich die Geschwindigkeiten, Ausstattungen oder Fahrtauglichkeit der Scooterfahrer kontrolliert.

Ebenso außergewöhnlich norwegisch ist das Baldermor-Skisprintrennen, welches seit nun mehr als 40 Jahren als kleines, privates Skirennen unter den Nachbarn besteht. Als erster Deutscher komme ich auf dem 500 Meter Kurs im klassischen Stil nach 1:28 Minuten ins Ziel. Der Gewinner liegt mit 1:11 Minuten einige Sekunden vor mir, aber damit und dem neunten von elf Plätzen kann ich gut leben.

An sich gibt es noch mehr zu erzählen, aber das kommt im nächsten Artikel.

Bis dahin

Kai

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