Verlobung und Julebord

Outland Oslo
Etwas unscheinbar, aber für einen Blick hinein absolut lohnenswert: das Outland in Oslo.
Pearl of Seaways
Die Pearl of Seaways am Terminal in Oslo.
Kabine DFDS Oslo Kopenhagen
Meine Economy-Kabine für die Mini-Kreuzfahrt nach Kopenhagen. Selbst mit einem Superweitwinkel-Objektiv wäre sie nicht zu erfassen...
Skyline Oslo
Mit bereits leichter Verspätung warte ich um 17.00 Uhr immer noch auf die Ausfahrt.
Skyline Oslo
Währenddessen geht so langsam die Sonne über dem Oslofjord unter.
DFDS Oslo
Der erwähnte Heiratsantrag rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Heck des Schiffes.
Julebord DFDS
Bei dem überaus umfangreichen Salatbuffet habe ich so einige Male vorbei geguckt.
Julebord DFDS
Obligatorisch ist natürlich die große Auswahl an Käse, wobei das nicht mein Favorit ist.
Julebord DFDS
Wesentlich attraktiver scheinen mir die Nachspeisen am Tisch daneben.
Julebord DFDS
Zum Einstieg gibt es zahlreiche Salat-Varaintionen und frisches Focaccia mit getrockneten Tomaten.
Julebord DFDS
Sehr gelungen ist auch der Hauptgang mit karamellisierten Kartoffeln, Rotkohl, brauner Soße und einer Frikadelle.
Julebord DFDS
Das i-Tüpfelchen ist der Nachtisch, der zur Weihnachtszeit besonders umfangreich ausfällt.

Verlobung und Julebord

Während die nächste Woche bereits im vollen Gange ist, nutze ich den Montagmorgen hauptsächlich zum Ausschlafen. Nachdem es gestern wieder erstaunlich spät geworden ist, wache ich heute Morgen um 10.00 Uhr auf. Nach einem langen Frühstück mit der Freundin von meiner Gastfamilie, wo ich bis heute übernachtet habe, geht es um 12.00 Uhr in die Innenstadt. Da es bereits am Nachmittag mit der Pearl of Seaways nach Kopenhagen geht, habe ich mein Rucksack bereits vollgepackt mitgenommen.

Kreuzfahrt Nummer 3 von 2

Vor ein paar Tagen bin ich auf ein Angebot eines norwegischen Sportladens aufmerksam geworden, der bei einem Einkauf von mehr als 1500,- NOK einen Mini-Cruise-Gutschein der Color Line verschenkt. Ohne Not etwas für über 150,- € zu kaufen, was ich zusätzlich transportieren muss ist unnötig, aber trotzdem statte ich einem Laden in der Innenstadt einen Besuch ab. Die Kampagne ist nicht zu übersehen als ich den Laden betrete. Für kurze Zeit spekuliere ich wirklich etwas zu kaufen, obwohl ich eigentlich nichts brauche und ich in zwei Tagen sowieso mit der Color Line fahre. Eine Verkäuferin sieht mir meine Unschlüssigkeit an und fragt, ob sie mir helfen kann. Etwas perplex, da ich ihr ja nicht sagen kann, dass ich nur als Mittel zum Zweck etwas kaufen möchte, frage ich, ob man den Gutschein auch bei einer Bestellung im Internet bekommt. Sie überlegt kurz und sagt, dass die Bestellfrist morgen ausläuft und ich deswegen den Gutschein Online nicht mehr bekomme.

Men du kan gjerne får en hvis du vil – bestilligsperioden er jo nesten øver.“

Ja also wenn das so ist, dann nehme ich natürlich gerne einen! Jetzt habe ich allerdings ein Luxusproblem ich muss bis morgen eine kostenlose Minikreuzfahrt der Color Line buchen. Hm. Aber das sollte sich regeln lassen…

Oslo Outland

Nach dieser Aufregung nutze ich die letzte Stunde bis das Boarding um 15.00 Uhr beginnt, um bei allerbesten Winterwetter ein bisschen im Hafenviertel herumzulaufen. Auf dem Weg dorthin komme ich bei einem mir bereits bekannten Spielzeug- und Nerd-Laden, der den Namen „Outland“ trägt, vorbei. Wer sich bei tausenden Comics, Actionfiguren, Lego-Sondersets und sonstigen Fanartikeln wohlfühlt, der sollte diesem Laden auf alle Fälle einen Besuch abstatten. Nachdem ich viel zu lange in den Tiefen des Ladens von links nach rechts gelaufen bin und dabei jedesmal überrascht bin, was es alles gibt und was die „Leute“ alles kaufen, bleibt mir nur noch eine Viertelstunde bis zum Boarding.

Verlobung und Verspätung

Da die Fähre allerdings erst um 16.30 Uhr ablegt, habe ich noch mehr als genug Zeit. Allerdings ist in Oslo alles gut zu Fuß zu erreichen und so komme ich pünktlich um 15.00 Uhr am Terminal an. Für die Mini-Kruezfahrt in Dänemarks Hauptstadt habe ich mich für eine Economy-Innekabine entschieden, da es draußen ja sowieso dunkel ist. Nach einer kurzen Begehung der vor kurzem modernisierten Pearl of Seaways begebe ich mich an Deck, um beim Auslaufen um 16.30 Uhr zuzugucken. Bei mittlerweile -10 ° Celsius und frischen Wind auf Deck 11 wird das Warten bis zum Auslaufen allerdings zu Geduldsprobe.

Neben mir haben sich auch nur ein paar hartgesottene auf das „Sonnendeck“ getraut. Zudem richten am Heck des Schiffes zwei DFDS-Bedienstete einen Tisch her. Dabei gesellen sich zu der weißen Tischdecke vor der bereits erleuchteten Skyline Oslo’s eine Flasche Champagner, Sektgläser und elektrische Teelichter. In dieser Situation kurz vorm Sonnenuntergang kann das eigentlich nur auf eine Sache hinaus laufen: einen Heiratsantrag. Dieser folgt einige Minuten später von einem Dänen, der seine Freundin bei dieser Atmosphäre für sich gewinnen kann. Glückwunsch.

Mittlerweile ist es allerdings 18.00 Uhr und wir haben immer noch nicht abgelegt und nach dem rein und raus, um mir die Finger aufzuwärmen, verliere ich die Geduld. Ich gehe zurück in die Kabine und nehme erstmal eine warme Dusche. Letztlich legen wir mit zwei Stunden Verspätung ab, die wohl auf fehlende Fracht zurückzuführen ist.

Bestes Julebord im Kattegat?

Das auf längeren Fährüberfahrten in Skandinavien übliche Abendbuffett wird kulinarisch nur noch von einer Sache getippt: dem Julebord. Dabei ist das bereits sehr umfangreiche Buffett um weihnachtliche Spezialitäten erweitert. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass sich die Reedereien diese Buffets fürstlich entlohnen lassen. Dabei ist von Reederei zu Reederei unterschiedlich, ob beispielsweise Getränke inklusive sind oder nicht oder nur zum Teil. Im Durchschnitt kostet eine normales Buffett um die 40,- € i.d.R. ohne Getränke und ein Julebord um die 50,- €.

Allerdings hat DFDS für Anfang November den Preis für das Julebord um 50% reduziert und so kam ich einigermaßen erschwinglich zu diesem grandiosen Buffet. Neben zahlreichen Salaten, Brotvarianten, Belägen, gibt es eine große Auswahl an Meeresfrüchten. Diese reicht von Kaviar über diverse Lachs-Varianten bis hinzu frischen Garnelen aus dem Nordmeer. Bezüglich der warmen Speisen wird oftmals Fleisch in diversen Aufmachungen angeboten, dazu Gemüse, Sauce und Kartoffeln. Ausschlaggebend ist allerdings das Nachtischbuffett. Bei DFDS ist das zur Weihnachtszeit das absolute Nonplusultra. Für die Kinder (und auch die Erwachsenen) ist die Soft-Ice-Maschine das absolute Highlight. Wer jedoch auf kulinarisch ausgefeiltere Spezialitäten steht, der kann mit kleinen Törtchen, Muffins, Keksen, Puddings, Obstsalaten und sonstigen Überraschungen die letzten Lücken im Magen füllen.

Meine persönlichen Highlights: der Weintrauben-Selleri-Radischen-Apfel-Salat, das frische Foccacia-Brot mit italienischen Gewürzen und getrockneten Tomaten, die mit Sternarnis gebratenen Apfelspalten im Rotkohl, die karamellisierten Kartoffeln und der kostenlose Glögg mit Mandeln und Rosinen.

 

Ich bin dann mal satt.

Kaaiiiiiiii

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