Mit Tallink nach Tallinn

Bei allerbestem Wetter gehe ich, bereits mit neuen Schuhen, durch die Innenstadt.
Bei diesen köstlichen und zudem absolut makellosen Backwaren in der "Saluhalle" kann ich nur schwer widerstehen.
Die kleine Nebenstraße auf der Insel "Djurgården" wurde festlich geschmückt. Wofür erfahre ich allerdings nicht.
Dafür weiß ich nun wofür die überdimensionalen Bojen im Hafenbecken liegen...
Auf Kieswegen gehe ich mal am Wasser entlang und mal quer durch die alten, königlichen Wälder.
Am Värtahamnen erwartet mich bei strahlenden Sonnenschein die "M/S Romantika".
Noch ist nicht viel auf den Gängen und in den zahlreichen Restaurants los, wobei das auch so bleiben wird.
Die Sonne steht schon wesentlich tiefer, als wir die Fähre nach Sankt Petersburg passieren.
In den kleinen Hütten am Ufer, wo vor ein paar Wochen noch gegrillt, gebadet und entspannt wurde, ist jetzt kaum noch eine Person zu sehen.

Mit Tallink nach Tallinn

Alt gegen Neu

Um 7.00 Uhr werde ich etwas unerwartet von dem Altglas-Wecker geweckt, den ich seit meinem letzten Besuch wieder vergessen habe. Die folgende halbe Stunde im Halbschlaf hätte ich mir sparen können und so stehe ich etwas genervt um kurz vor 8.00 Uhr beim Frühstück. Beim Frühstücksbuffet hat sich seit meinem letzten Besuch nichts geändert und so habe ich den etwas unruhigen Morgen bei Pfannkuchen, Müsli und Brötchen schnell vergessen

Meine Fähre nach Tallinn verlässt Stockholm um 17.30 Uhr und somit steht mir noch ein ganzer Tag zur Verfügung.

Da meine alten Schuhe bereits unverkennbare Gebrauchsspuren haben, wobei ich mit ihnen sehr zu frieden war – auch im Fjell – müssen Neue her. Also laufe ich am Vormittag von Sportgeschäft zu Sportgeschäft, um neue Schuhe bzw. Laufschuhe zu finden und zu kaufen. Nach fast zwei Stunden werde ich fündig, dabei lasse ich meine alten Schuhe gleich dar und schlüpfe direkt in die neuen Schuhe.

Es ist mittlerweile 12.00 Uhr und mir bleiben noch gut vier Stunden, bis ich im Terminal einchecken kann. Nach meinem Stadtbummel entscheide ich mich für einen ausgedehnten Spaziergang durch das ehemalige königliche Jagdgebiet „Djurgården“, welches jetzt als Naturreservat in Stadtnähe Ruhe und Entspannung bietet. Auf dem Weg dorthin mache ich einen kleinen Umweg zur „Saluhallen“, die wegen aufwendigen Restaurationsarbeiten zur Zeit in einer Ersatz-Halle untergebracht ist. „Saluhallen“ lassen sich mit einem deutschen Markt vergleichen, wobei zusätzlich Essen auf hohem Niveau frisch zubereitet wird. Zur Mittagszeit ist die „Saluhalle“ stets brechend voll, da viele Büroleute hier ihren Mittagsimbiss zu sich nehmen.

Radelnde Kreuzfahrer

Nach dem kleinen Zwischenstop geht es weiter in Richtung „Djurgården“. Auf dem Weg komme ich an dem bereits geschlossenen Freizeitpark „Gröna Lund“ vorbei, der am südlichen Ende der Djurgården-Insel liegt. Ohne Ziel gehe ich mal links, mal rechts durch kleine Gassen vorbei an alten schwedischen Häusern zu einem verlassenen Aussichtspunkt auf einer Schäre. Allerdings wird mir der Blick auf die Innenstadt durch den Ozeanriesen „Costa Pacifica“ verdeckt, der direkt davor vor Anker liegt. Auf meinem weiteren Weg durch die sonst so ruhigen Parkanlagen, werde ich mehrmals von Radler-Gruppen zur Seite geklingelt. Wie ich auf den Rahmen der Räder lesen kann, kommen die Radler vom „Mein Schiff 4“ – dem anderen Kreuzfahrtschiff.

Als ich schließlich eine kleine Pause auf einer Parkbank mache und in der Sonne sitze, frage ich mich warum ich eigentlich eine lange Hose anhabe und nicht standesgemäß mit kurzer Hose laufe. Da ich allerdings keine Wahl habe, muss ich auch die letzten Kilometer zum Terminal in langer Hose zurücklegen.

„M/S Romantika“

Die Bauarbeiten am Terminal sind nicht wesentlich vorangeschritten und auch sonst hat sich in den fünf Wochen nur wenig getan. Glücklicherweise kann ich direkt nach dem Einchecken bereits um 16.00 Uhr an Bord gehen, obwohl die „M/S Romantika“ erst um 17.30 Uhr ablegt. So gehe ich in meine 4-Bett-Kabine und besichtige anschließend die Fähre in aller Ruhe. Pünktlich zum Ablegen um 17.30 Uhr sitze ich an der Reling auf dem Sonnendeck und genieße die Sonne, die ich im Jämtland selten so lange gesehen habe.

Am „Frimhamnen-Kai“ liegt die „M/S Princess Anastasia“ vertäut, die in kurzer Zeit nach Sankt Petersburg aufbrechen wird. Jedoch reizt mich weder die Fähre älteren Baujahres, noch Sankt Petersburg und so bin ich froh an Bord der Fähre nach Tallinn zu sitzen. Wie auf der Fahrt nach Turku geht es erst durch den Stockholmer Schärengarten in Richtung Ålandinseln und von dort weiter nach Tallinn, wo ich morgen um 10.00 Uhr ankommen werde. Zum Abend gönne ich mir wieder ein lokales Bier, diesmal ist es das estnische „Mežpils – Alus“. Bei Bier und ein paar Kräckern schaue ich dem Sonnenuntergang zu und genieße die abendliche Fahrt durch den Schärengarten.

Bis morgen

Kai

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