Fjellwanderung Teil 4

Bereits weit hinter mir liegt der Helagsgletscher in den Wolken.
Die ersten Hütten etwas weiter unten im Tal sind bereits alle verlassen. Auch in Schweden geht nach den langen Sommerferien der Alltag wieder los.
Auch dieses Rentier gönnt sich mal ein paar ruhige Minuten am Strand des kleinen Sees. Einfach mal die Seele baumeln lassen, wo jetzt alles wieder ruhig ist...
Ebenso dieses Rentier, was auf der sonst so befahren Hauptstraße flaniert.
An dieser Stelle fließt der Ljungan sehr schnell und hat sich bereits weit in den Boden "hineingefressen".
Auf meinem Nachmittagsspaziergang genieße ich die Ruhe, wo im Winter Snowboarder und Skifahrer im Sekundentakt fahren.
Immer noch fertig oder bereits fit gemacht für die Saison? Jedenfalls kann der erste Schnee kommen.
Auf der Piste wurden in 200 Meter Abständen bereits die Schneekanonen aufgestellt.
Von ganz oben hat man ein Stadt-Land-Fluss-Panorama, wobei die "Stadt" hier nicht zu sehen ist...

Von Helags nach Ljungdalen – 18 kmKarte von Helags nach Ljungdalen

Stürmisches Frühstück

Damit ich zum Frühstück um 7.00 Uhr pünktlich auf der Matte stehe, klingelt mein Wecker, zum Leidwesen meiner Mitbewohner, bereits um 6.30 Uhr. Da ich am Abend vorher den Rucksack so gut es geht gepackt habe, sind lediglich Kleinigkeiten einzupacken. Zu meiner Verwunderung sind die Betten der beiden Schweden jedoch leer und auch im Nachhinein treffe ich sie nicht mehr.

Bereits in der Nacht ruckelt der Wind permanent an der alten Hütte und als ich schließlich mit der halbgeschlossenen Jacke und dem Rucksack bepackt aus der Tür trete, fühle ich mich wie im tiefsten Winter (ohne Schnee). Im Vergleich zum gestrigen Tag fegt der Wind durch das enge Tal und das Thermometer am Hauptgebäude zeigt eine Temperatur von 4° Celsius an.

Glücklicherweise ist das Frühstücksbuffet um 6.45 Uhr nahezu fertig aufgebaut und für diese Verhältnisse erstaunlich umfangreich. Auf einem von zwei großen Tischen sind Joghurt, Milch, Haferbrei, diverse Müsli-Bestandteile aufgetischt. Der andere Tisch ist nahezu völlig zugestellt mit allen denkbaren Brotbelägen, den frischen Sauerteig-Broten und Hefe-Brötchen selbst, Kaffe-Automaten und diversen Sorten Tee. Während ich mir einen Teller nachdem anderen hole, frage ich mich, wie sich ein solch umfangreiches Frühstück für 80 Kronen (Ca. 8,50 €) rentieren kann. Zusätzlich kommt hinzu, dass alles, unabhängig vom Frühstück, mit einem Helikopter geliefert werden muss.

Schneller Abstieg

Bis ich schließlich gut gesättigt die Herberge verlasse ist die Temperatur auf sagenhafte 6° Celsius gestiegen. Mit dem Wind, der glücklicherweise von der Seite kommt, fühlt es sich allerdings wesentlich kälter an. Da der Wanderweg zum Gletscher bzw. zur „Fjällstation“ wesentlich frequentierter genutzt wird, treffe ich in regelmäßigen Abständen auf weitere Wanderer. Dabei führt der Wanderweg entlang einer kleinen Stromleitung und endet nach zehn Kilometern an einem großen Parkplatz. Kurz vor der Ankunft am Parkplatz erreiche ich die Baumgrenze und tauche in einen dichten Birkenwald ab.

Von Parkplatz geht es in Richtung Ljungdalen die restlichen acht Kilometer entlang der Hauptstraße. Glücklicherweise ist kaum Verkehr, der Wind ist nur noch leicht zu spüren und ich genieße die Wärme der Sonne. Am Ufer des Ljungans, der sich im Laufe der Zeit tief in den Stein hineingefressen hat, finde ich zur Mittagszeit eine perfekte Picknick-Stelle. Letztlich komme ich am frühen Nachmittag nach knapp fünf Stunden in dem kleinen Örtchen Ljungdalen an. Wesentliche Attraktionen des Ortes sind die Herberge, ein Skilift und eine Pizzeria, die von zwei Deutschen betrieben wird.

STF Ljungdalen

Die Herberge liegt etwas abseits vom Ort am Ufer des Ljungans. Neben meinem morgigen Busfahrer, der hier zur Zeit lebt und einem anderen Gast bin ich der Einzige. Mein Zimmer im Erdgeschoss ist durch die Sonne gut aufgewärmt, was allerdings für alle Räume der Herberge gilt. Wobei man anmerken muss, dass es neben den fünf Doppelzimmern lediglich eine kleine Küche, einen Aufenthaltsraum und zwei Badezimmer gibt. Eva, die Eignerin, erzählt mir, dass sie das „Anwesen“ vor zwei Jahren gekauft hat und seit dem alles in Eigenregie renoviert.

Skipiste und Pizza

Da es noch früh am Nachmittag ist, entschließe ich mich, einen kleinen Ausflug auf die Skipiste zu machen. An der Talstation angekommen entscheide ich mich für den Aufstieg auf einer roten Piste, die den Namen „Storbacken“ trägt. Es geht auf einem Quad-Weg enorm steil bergauf, bis ich nach zwei Kilometern an der Endstation des Sessellifts ankomme. Zugegebener Weise, sonst hätte ich es auch nicht gemacht, hat das dargeboten Skiszenario im Sommer einen gewissen Reiz und so genieße ich die Ruhe und die Aussicht weit überhalb des Orts.

Da mir meine Hosts die kleine Pizzeria im Ort empfohlen haben, entscheide ich mich nach drei Tagen Nudeldiät für einen Besuch. Es lohnt sich: die Eigner sind nett, es gibt einen kleinen Salat auf’s Haus und eine gute Pizza Salami für gerade einmal 85 Kronen (Ca. 9,- €).

Ein gelungener Abschluss für meine Fjelltour, die ich ohne Bedenken an jeden weiterempfehlen würde, der gerne wandert und die Landschaft hier oben mag.

Bis morgen zum ersten Bericht der Herbstreise!

Kai

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