Lost Place

Relativ unspektakulär aber trotzdem reizvoll geht es mitten durch die Natur.
Ein kleiner Gebirgsbach mit Langzeitbelichtung.
Diese niedliche "Troll-Brücke" führt über einen weiteren Bach.
Das erste Haus der Alm "Stuguberget" kommt in Sichtweite.
Das zweite Haus sieht schon etwas zerfallener aus, wobei es der Kamin zusammenhält.
Die kleine Nägel im Dach sollten früher die Dachbedeckung halten.

Auf geht’s.

Stuguberget

Heute an unserem zweiten „Freitag“ geht es wieder auf in die Natur – einen Bus in die Stadt gibt es ja schließlich nicht. Wir verbinden den sportlichen Ausgleich mit der schwedischen Geschichte, da in diesem Gebiet zahlreiche „Almen“ anzufinden sind.

Die Almen im jämtländischen Hochland liegen meistens vier bis fünf Kilometer von einander entfernt und sind durch kleine Wanderwege oder Quadstrecken verbunden. Zum Teil sind die kleinen Ansammlungen von Holzhütten in einem sehr guten Zustand, wobei unser heutiges Ziel eher einem „Lost Place“ ähnelt. Früher wurde auf den Almen hauptsächlich Milch und Käse hergestellt, was man auf einigen restaurierten Almen für die Touristen immer noch anbietet.

Mücken-Plage

Auf ebener Strecke geht es durch die Wälder und auf Holzbohlen über den moorigen Untergrund im Fjäll. Da wir heute die Baumgrenze nicht überschreiten, bleibt uns ein weiter Blick über die Ebene verborgen. Auch heute sind wir bis auf wenige Rentiere die Einzigen, die nördlich von Galåbodarna durch die Wälder laufen. Auf dem Weg nach „Stuguberget“ kommen wir an der relativ intakten Alm „Nybodarna“ vorbei, die allerdings nur aus vier Hütten besteht und von einem Bach geteilt wird. Wir machen eine kurze Pause, um unser Brötchen zu essen und etwas zu trinken. Allerdings sorgen die heute sehr aktiven Mücken für ein Picknick-ToGo und wir gehen durch das kniehohe Gras auf der Alm zum Wanderweg nach „Stuguberget“.

Dort angekommen setzt pünktlich zum Fotos machen der Regen ein. Eine halbe Stunde laufen wir durch das hohe Gras, gucken uns die Ruinen an, machen Fotos und versuchen zu erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat. In einigen Hütten durchstoßen die Bäume bereits das Dach, wohingegen andere gar kein Dach mehr besitzen und bis auf die Grundmauern zerfallen sind. In einem Haus erkennt man einen sehr stabil gemauerten Kamin, der mit seinem Schornstein die Hütte geradeso zusammenhält.

Neopren-Schuhe

Es wird im Laufe des Nachmittags immer unbeständiger und da der Weg hier nur noch mit Karte und GPS zu finden ist, drehen wir um und machen uns auf den zehn Kilometer langen Rückweg nach Hause. Bis wir zu Hause ankommen, sind die Schuhe durch den Regen und das nasse Gras vollständig durchnässt und wir machen es uns erstmal mit einem Früchte-Müsli gemütlich.

Bis dahin

Kai

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