Tag 1 und 2

Sommer, Sonne

Galåbodarna

Sonnenschein. Es ist 6.10 Uhr als ich mit dem Nachtzug ca. 10 Minuten zu früh in Östersund ankomme. Die diesmalige Fahrt im Schlafwagen war sehr komfortabel. Mein einziger Mitreisender im Abteil ist ungefähr meinen Alters, allerdings sehr schweigsam. Nach einer etwas unruhigen Nacht gucke ich um 5.00 Uhr das erste Mal aus dem Fenster: es ziehen Tannen, Birken und kleinen Büsche am Boden vorbei.

Tannenaroma

In Östersund am Bahnhof riecht es nach Tannen, als würde ich mitten im Tannenwald aussteigen. Ich merke später, dass auf dem Nachbargleis ein Güterzug steht, der Holz in Richtung Süden bringt. Bis ich von meinen Hosts abgeholt werde, muss ich noch eine Stunde warten. Die kleine Feriensiedlung in der ich bis Anfang September voluntiere, liegt südwestlich von Östersund mitten in der schwedischen Natur. Bevor wir uns auf den Weg dorthin machen, gehen wir für uns und das betriebene Sommercafé einkaufen. Wir verlassen den Supermarkt mit zwei vollen Einkaufswagen und machen uns im Anschluss auf die 80-minütige Fahrt – mit zwei Kanelbullar.

Die Landschaft wird auch hier von Tannen und kleinen Birkenwäldern dominiert. Der Hof der Familie liegt etwas abseits der Straße und besteht aus fünf Ferienhäusern, einem Campingplatz und dem Wohnhaus. Die Ferienhäuser sind auf dem großen Gelände verteilt und werden durch kleine Birken- und Tannenwäldchen umrandet. In der Mitte des Hofs steht eine Grillhütte und selbstverständlich ein Fahnenmast mit Wimpel.

Holz

Neben mir ist eine weitere Deutsche hier, die in ihrer Zeit vor dem Studium in Schweden voluntiert und ähnlich wie ich bis Ende August bleiben wird. Da deswegen das Gästezimmer im Wohnhaus belegt ist, ziehe ich im Wohnwagen der Familie ein. Nach einer kurzen Einweisung und Arbeitsbesprechung machen wir uns daran Holz für die Ferienhäuser, den Winter und den Heißwasserofen auf Paletten zu stapeln – ohne Holz läuft hier nichts. Nach einer fertiggestapelten Palette ist der Nachmittag schon sehr weit fortgeschritten und wir treffen uns gemeinsam zu einer schwedischen Kaffeetafel und vernichten die heutigen Reste aus dem Café.

HH

Die Welt ist klein und so kommen am späten Nachmittag Freunde der Familie, die eine Ort weiter ein Ferienhaus haben und im Hamburger Umland wohnen. Wir trinken zusammen eine Tasse Kaffee und sprechen über die Heimat – die schöne neue Störbrücke, die Baustelle an der A7, das Wacken-Open-Air und das schöne norddeutsche Leben.


Regenwetter

Meine allererste Nacht im Wohnwagen verläuft ohne große Vorkommnisse. Als ich morgens um 7.30 Uhr aufwache, ist die Temperatur im Wohnwagen stark abgesunken und kratzt am einstelligen Bereich der Skala. Es ist zudem sehr bedeckt und ich gehe erstmal duschen, um mich aufzuwärmen. Beim Frühstück werden die Aufgaben verteilt und da es noch trocken ist, beginne ich den wenigen Rasen auf dem Gelände zu mähen. Bis es anfängt zu regnen und wir Mittag essen, habe ich einen großen Teil des Geländes gemäht.

Danach beschließen ich und mein Host kurzfristig, die umliegenden Wanderwege zu pflegen. Wir nehmen eine große Astschere, eine Axt und Fotoequipment mit. Die Wanderung artet aus und wir gehen fast 20 km. Währenddessen haben wir zahlreiche Bäume zurückgeschnitten und aus dem Weg geräumt und uns mit unzähligen Mücken angelegt, die von Anfang an um uns schwirrten. Um 19.00 Uhr sind wir nach fünf Stunden wieder zu Hause. Der Abend bleibt verregnet und so genieße ich einen entspannten Abend auf dem Sofa.

So jetzt kennt ihr den Ablauf ein bisschen. In den nächsten Tagen werde ich wahrscheinlich nur noch über einzelne Ereignisse berichten, die erzählenswert sind. Fotos kommen in den nächsten Tagen, da ich bis jetzt noch keine Zeit hatte, ein paar Eindrücke festzuhalten.

Aber ein Rentier-Selfie sollte durchaus möglich sein…

Gruß

Kai

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