Rollendes Upgrade

Dieser Fischkutter im Sportboothafen von Danzig hat seine besten Zeiten hinter sich.
Der Außenkorridor des Shakespeare-Theaters in Danzig.
Eine Detailaufnahme des Fundaments.
Mein rollender Rucksack am Bahnhof von Danzig.
Ein schicker neuer Inter-City der polnischen Bahn PKP in Gdingen.
Das letzte Tageslicht an Bord der "Stena Vision".
Eine weitere Impression von Bord.

Weiter geht’s.

Von Danzig nach Karlskrona.

Aber erst um 14.55 Uhr – jetzt ist es 11.00 Uhr. Bis zur Abfahrt müssen noch dreieinhalb Stunden in Danzig abgelaufen werden. Mal links mal rechts durch die engen Gassen in Danzigs Altstadt, die zum Teil der Gamla Stan in Stockholm mit den bunten, schmalen Altbauten ähnelt. Dabei kann man fernab der Touristenströme die Altstadt sehr entspannt durchwandern und das ohne nerviges Anrempeln und abruptes Stehenbleiben.

Das Zauberei-Ministerium

Ich lande zufälligerweise beim Danziger Shakespeare Theater, einem Gebäude, welches völlig alleine steht, keine Fenster besitzt und aus schwarz-glänzenden Klinkern gemauert ist. Wer das Zaubereiministerium aus den „Harry Potter“-Filmen kennt, der würde hier eine polnische Replik vermuten. Selbstverständlich ist das Gebäude von der EU unterstützt, aber warum auch nicht, einzigartig ist es mit Sicherheit.

Mittlerweile ist es 13.30 Uhr und ich trete den Rückweg zum Hostel an. Bei sommerlichen 25 °C sind die 1,5 km zum Bahnhof eine Qual und als ich am Bahnhof ankomme, bereue ich, dass ich wahrscheinlich etwas zu viel mitgenommen habe. An dieser Stelle muss noch angefügt werden, dass die Polen ein sehr eigenwilliges Bahnhofskonzept pflegen. Zum einen gibt es „Peron“, was so viel wie Bahnsteig bedeutet und „Tor“, was übersetzt Gleis meint. Sucht man nun seinen Zug, muss man den Bahnsteig und das Gleis wissen. In Danzig ist es verwirrender Weise so, dass auf „Peron 1“ „Tor 2“ und „Tor 4“ und auf „Peron 2“ „Tor 1“ und „Tor 3“ angesiedelt sind. Mein Zug fährt von „Peron 2 – Tor 1“ – ich stehe auf „Peron 1 – Tor 2“ – egal hätte ich einen schweren Rucksack wäre es nervig, aber so…

Das rollende Upgrade

Am richtigen Bahnsteig angekommen beschließe ich, getreu nach dem Motto: „Wer sein Rucksack liebt, der schiebt.“, mein Pennyboard unter dem Rucksack mit zwei Spanngurten zu fixieren. Es funktioniert, die Gurte halten das Board an Ort und Stelle, der Rucksack ist sogar austariert, steht somit von alleine und ich kann das Gespann in Rollkoffermanier schieben.

In Gdingen angekommen muss sich der Rollrucksack beweisen: es geht vom Bahnhof erstmal in die Stadt vorbei am Markt, wo ich drei Plattpfirsiche kaufe, die gleiche Strecke wieder zurück, da der Anleger für die Fähre nach Schweden am anderen Ende der Stadt liegt und vom Bahnhof 4 km durch die gdingschen Industrieanlagen bis zum Terminal. Selbstverständlich fährt auch ein Bus zum Terminal, aber da auch hier die EU die Bürgersteige modernisiert hat und ich meinen Rucksack testen möchte, gehe ich entlang der zweispurigen Straße durch die Industriebrache.

Fazit: es bleibt alles an seiner Stelle und das Schieben oder Ziehen ist dank der „ABEC 7“-Kugellager sehr komfortabel. Die „Landschaft“ lässt allerdings zu wünschen übrig.

Stena Line in Polen

Man merkt, dass Stena Line auf dieser Strecke, nicht die Zielgruppe autolose Kurzreisende anspricht, sondern sich auf Gäste eingerichtet hat, die mit dem Auto anreisen, es am Terminal abstellen und eine (Wellness-)Minikreuzfahrt machen. Extra für dieses Wellness-Angebot hat man vor ein paar Jahren die zwei Fähren von der Strecke Kiel – Göteborg umgebaut und hierhin verlegt. Beide Häfen (Karlskrona und Gdingen) sind zu Fuß sehr schlecht zu erreichen und weit vom Stadtzentrum entfernt – mal sehen, was ich morgen früh in Schweden mache.

Die „Stena Vision“ legt pünktlich um 20.00 Uhr in Gdingen an. Die Wartehalle im Terminal ist gut gefüllt, zu meist schwer bepackte Schweden in Feierlaune, aber auch viele Polen, die nach Schweden fahren und wieder zurück. Es wird stressig das Boarding beginnt verspätet um 20.15 Uhr, das Buffett, welches ich mir gegönnt habe, wird um 20.30 Uhr eröffnet und das Ablegen ist um 21.00 Uhr – einfach zu viel gleichzeitig. Ich dusche schnell in meiner kleinen Kabine unter der Wasserlinie und gehe dann zum Buffet, welches mit Abstand das umfangreichste Essen der Reise ist und sein wird: die typischen, zahlreichen Salatvariationen, Meeresfrüchte, Käseplatten und Brot, warme Gerichte und selbstverständlich ein Nachtischbuffet. Im Preis von 19,- € sind auch die Getränke, wie Softdrinks, Bier und Wein inklusive – es lohnt sich also bei diesem Preis…

Als ich um 21.45 Uhr das Deck betrete haben wir den Hafen von Gdingen schon hinter uns gelassen. Voraus liegt nur noch die Halbinsel Hega, ab dann geht es der Luftlinie hinterher bis Karlskrona.

 

Jetzt wird geschlafen.

Kai

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