Die Vorbereitung

des Auslandsjahres, im Sinne des „Work and Travel’s“, begann knapp zehn Monate vor dem Start im Juli 2016.

Einleitung

Was zu der Planung eines solchen Jahres dazugehört, was viel und was wenig Zeit in Anspruch nimmt oder was bereits die Vorbereitung mit sich bringt erfahrt ihr in diesem ersten Artikel. Dabei kann ich vorab anmerken, dass ich die zehn Monate Vorbereitungszeit lange nicht benötigt hätte. Die paar zusätzlichen Wochen haben allerdings in ihrer Rolle als „Puffer“ zur allgemeinen Entspannung beigetragen – also sinnvoll.

Da ich bereits seit Jahren davon geträumt habe nach dem Abitur ein Auslandsjahr in Norwegen und Schweden zu absolvieren, musste bei mir die Idee nicht erst reifen – sie war bereits dar. Als Zwischeneinschub für Unentschlossen, die nicht wissen, was sie nach der Schule machen s-/wollen: überlegt Euch während der Schulzeit, was ihr gerne macht, wo ihr wirklich Lust drauf hättet oder was für Euch möglich wäre. Wenn ihr Euch darüber ein paar Gedanken macht, werden die Ideen schon kommen.

Es stellte sich also nun die Frage nach dem „Wie fang ich an?“. Wer nach Neuseeland gehen möchte, wird Vermittlungs-Organisationen, wie Sand am Meer finden, die sich stets unterbieten und somit den Preis (z.Zt. ca. 1.500€ mit Flug) für ein Auslandsjahr minimieren. Für Länder, wie Norwegen, Schweden oder Finnland gibt es nur sehr wenige Organisationen, die ein „Work and Travel“ oder ein Au-Pair dort vermitteln. Dies liegt zum einen daran, dass das Interesse fehlt, da es viele nach Neuseeland, Australien und die USA zieht und hinzu kommt, dass selbstverständlich die Anzahl der Arbeitsstellen sehr begrenzt ist. Zwei Faktoren die es einem bei der Planung nicht einfacher machen.

Organisationen und der Bewerbungsprozess

Eine Organisation, die in Norwegen mit Atlantis Utveksling kooperiert, ist das deutsche Unternehmen StepIn. Bei Interesse kann man dort an Informationsveranstaltungen teilnehmen, vielleicht auch im Anschluss ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren oder einfach die Prospekte durchblättern, die einen interessieren. Mein Weg bei StepIn begann mit einer solchen Infoveranstaltung im September 2015 in Hamburg, auf der ich direkt im Anschluss einen Termin für ein Gespräch vereinbarte, um einerseits voranzukommen und andererseits mehr über das Programm in Norwegen zu erfahren, denn es geht wie so oft nur um die drei Großmächte… Solche Gespräche können aufschlussreich sein, müssen sie aber nicht. Mir hat es persönlich nichts gebracht, auch wenn es nett war. Da ich auf alle Fälle nach Norwegen wollte mussten sie mich auch nicht als Kunden gewinnen und ich meldete mich für das Programm „Farm- und Tourist-Work“ in Norwegen an. Nun folgte ein sehr langwieriges Bewerbungsverfahren: hier eine Bewerbung, da ein paar Bilder, noch ein Motivationsschreiben, drei seriöse Empfehlungsschreiben von Personen aus meinem Umkreis, ein ärztlicher Attest meiner Gesundheit und „nichtendenwollenden“ Auskunftsbögen über meine Person, meine Erfahrungen im Tourismus und der Farmarbeit und meine Lebensgeschichte. Auf den schriftlichen Bewerbungsprozess, der zum Teil auf Englisch und zum Teil auf Deutsch lief, folgte ein Telefoninterview auf Englisch, in dem mein Sprachlevel getestet wurde. An sich ist ein solches Interview sehr dankbar: man muss sich nicht vorbereiten und wenn man kann, darf man einfach losreden und kann das Gespräch zu seinen Gunsten leiten. Ein Ergebnis haben ich nicht bekommen, aber bestanden habe ich anscheinend. Damit ist der Bewerbungsprozess abgeschlossen und das Abwarten auf eine Reaktion aus Norwegen beginnt.

Was mir von Anfang an klar war und gesagt wurde, ist, dass ich keine Platzierungsgarantie bekomme. Das heißt es kann sein, dass ich sofort einen Platz bekomme, es kann aber auch sein, dass ich keinen bekomme oder nur für einen kurzen Zeitraum. Sehr viel Ungewissheit also.

Alternative: selbst organisieren

Deshalb ist immer ratsam alle Hebel in Bewegung zu setzen. So man sie hat, Freunde in Norwegen kontaktieren und wenn nicht, Freunden und Bekannten zu Hause von den eigenen Plänen erzählen und in Foren (!) fragen oder Blogs lesen. Für die letzte Möglichkeit kann ich das Forum Norwegen-Freunde empfehlen, antworten tut dort eigentlich immer jemand und man ist selten der erste, der sich diese Frage stellt. Dort wurde ich auf die Plattform Workaway weitergeleitet. Workaway funktioniert an sich sehr einfach: sogenannte Host (meist Familien oder Tourismusbetriebe) stellen Inserate online, in denen sie zu 99% gegen Kost und Logis eine Arbeitsstelle anbieten. Die Inserate kann man ohne vorherige Anmeldung einsehen. So einem ein Angebot zusagt, muss man sich allerdings kostenpflichtig anmelden. Der Schlüssel zum Erfolg ist dann die eigene Profilseite: keine Rechtschreibfehler, auf den Punkt formulieren und dabei freundlich schreiben. Selbstverständlich dürfen ein paar Bilder nicht fehlen. Danach sucht man sich die Familien bzw. Betriebe heraus, die einem zusagen und beginnt mit ihnen in Kontakt zu treten.

Die Erfahrung, die ich mit norwegischen und schwedischen Hosts gemacht habe ist, dass nur selten jemand zurück schreibt – bei 28 angeschriebenen Hosts, haben lediglich 13 geantwortet. Durchhalten lohnt sich! Denn, was ich nicht wusste ist, dass auch Hosts nach „Workawayern“ suchen können, auf diese Weise habe ich meinen ersten Platz bei einer deutschen Auswandererfamilie in einem Tourismusbetrieb in Östersund bekommen. Meinen zweiten Platz bei einer Familie in Stavanager habe ich sehr unkompliziert auf die konservative Weise – ich bewerbe mich – erhalten.

Nach dem mir also zwei Plätze mit einer Gesamtdauer von sechs Monaten über Workaway vermittelt wurden, habe ich mich dazu entschlossen das Programm bei StepIn zu kündigen, damit ich nicht einen noch größeren Teilbetrag zahlen muss, ohne letztlich vermittelt zu werden. In der Zeit in der ich dort registriert war, hat sich ein Bauer in der Gegend um den Hardangerfjord gemeldet, der meine Hilfe benötigt hätte. Bei der kurzen Dauer von einem Monat hätten sich die Programmkosten von StepIn allerdings nicht rentiert.

So weit zur Planung vorab. Bis dato habe ich also zwei Arbeitsstellen und bin bis Ende Januar „eingespannt“. Selbstverständlich wird meine Arbeit durch Kost und Logis entlohnt, was im Norden Europas durch die hohen Lebenserhaltungskosten Gold wert ist.

In diesem Sinne bis zum nächsten und ersten Bericht von unterwegs.

Kai

 

Post Scriptum: Wenn Du Fragen hast oder ich Dein Interesse geweckt habe, kannst Du mich gerne kontaktieren. Entweder über einen Kommentar oder eine private E-Mail.

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